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EDITORIAL

Spätestens seit dieser Finanzkrise haben viele Menschen erkannt, dass der Übergang von einer Marktwirtschaft ohne soziale Rahmenbedingungen in ein weltweites Spielkasino einem Hauch von Russisch – Roulette nicht ganz unähnlich sein kann. Vor zwei Jahren hätte sich kaum ein massgeblicher CDU-Politiker träumen lassen, dass die CDU aktiv eine große private Bank verstaatlicht. Dieses Heft von denk-doch-mal hat Gerard Endres gestaltet. mehr...


KAPITALISMUS BAUCHT KONTROLLE

Der Markt ist von sich aus nicht in der Lage, die öffentlichen Güter in angemessenem Umfang bereitzustellen. Damit er positive Wirksamkeit entfalten kann, bedarf er konkreter Regeln und staatlicher Kontrolle. Diese sozialdemokratische Grundüberzeugung ist durch die Finanzmarktkrise nicht widerlegt worden, im Gegenteil: Die kapitalistische Marktwirtschaft bedarf der Kontrolle, der Regeln der Transparenz, wenn sie nicht zerstörerisch wirken soll. Wolfgang Thierse, Bundestags-Vize und SPD-MdB, erläutert seine Vorstellung. mehr ...


WIR BRAUCHEN REGELN FÜR DIE FINANZAUFSICHT

Wir müssen mehr Ordnung und Strukturen im Finanz-und Kapitalmarkt schaffen, so die Forderung von Auid-Arbeitsdirektor Werner Widuckel im Interview mit denk-doch-mal: "Ich finde das Bild von Helmut Schmidt sehr gut, so wie der Straßenverkehr seine Regelungen braucht, so braucht es der Kapitalmarkt auch. Nach meiner Einschätzung müssen Finanzprodukte vom Markt genommen werden, die schlichtweg in ihren Wirkungen unkalkulierbar sind und die keiner mehr durchschaut." mehr...


FINANZMÄRKTE REGULIEREN

Für Gerhard Schick, dem finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen , ist  es Dringend geboten, dass die Finanzmärkte zu einer produktiven Kraft bei der Bewältigung von Hunger- und Klimakrise werden können. Die bisherige Reaktion von Politik und Wirtschaft auf die Finanzmarktkrise sei völlig unzureichend – die Finanzbranche warne allenthalben vor Überregulierung und blockiere wichtige Veränderungen. Über Krisenmanagement, Regulierungsdetails und Reformrhetorik hinaus fehle weltweit eine Gesamtperspektive zum Umbau unseres Finanzsystems – ein New Deal, der die Karten neu mischt, sei überfällig.“ Die Finanzjongleure sind längst wieder am Roulette“. mehr …


KEINE BESCHEIDENHEIT DER GESCHEITERTEN

Erhard Eppler, SPD-Vordenker, ist enttäuscht. Inzwischen ist ihm klar, dass die Marktradikalen keineswegs resigniert haben, weder die in den Vorständen von Banken und Konzernen noch die in den Medien. Auch nicht die in der Politik, die sich vielleicht selbst über den Aufwind wundern, in den sie geraten sind. "Nirgendwo eine Spur von der Bescheidenheit des Gescheiterten, vom Eingeständnis eines fatalen Irrtums oder gar vom schlechten Gewissen gegenüber denen, die nun als Steuerzahler oder als Arbeitslose die Suppe auszulöffeln haben, die leichtsinnige Zocker total versalzen haben" mehr ...


STAAT SOLL DUMM DASTEHEN

Die Neo-Konservativen in den USA zeigen es: Sie wollen auf jeden Fall verhindern, dass der Eindruck entsteht, dass ein handlungsfähiger Staat die Krise meistert. Sie verwenden dazu das alte Ideologem, nur der Einzelne wisse, wie das Geld am besten ausgegeben werde, nicht der Staat, so die Analyse des Münchener Wissenschaftlers Julian Nida-Rümelin. "Zu Ende gedacht hieße dies, dass es keine öffentliche Infrastruktur mehr gibt, keine Straßen, keine Bildungseinrichtungen, keine Trinkwasserversorgung, aber auch keinen sozialen Frieden". mehr ...


MÜNCHEN SOZIAL - WIR HALTEN DIE STADT ZUSAMMEN

Dass die Krise auch als Chance begriffen werden kann, hat die Bildung des Bündnisses „München sozial – wir halten die Stadt zusammen“ bewiesen. Hier haben sich seit Februar 2009  zusammen mit der Caritas inzwischen 36 im sozialen Bereich engagierte – und somit teilweise auch miteinander konkurrierende – Organisationen zusammengeschlossen, um gemeinschaftlich gegen eine krisenbedingte Verödung des sozialen Bereichs in ihrer Stadt vorzugehen. Über das Bündniss berichtet Norbert J. Huber, Geschäftsführer der Caritas Zentren München/Land. mehr...


NEUSTART GEBOTEN

Zwanzig Jahre nach dem großen Aufbruch einer friedlichen politischen Revolution, dessen Höhepunkt der Abbruch der Berliner Mauer war, sollte aus der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ein weltwirtschaftlicher Neustart hervorgehen, dessen Ziel die Versöhnung von persönlicher Freiheit und materiellen Wohlstand, von Demokratie und Kapitalismus ist, dafür plädiert Prof. Friedhelm Hengsbach.Er ist ein Jesuit und zählt heute zu den bekanntesten Sozialethikern in Deutschland. mehr...


STAAT MUß KRÄFTE BÜNDELN

Das Staatswesen als Gesellschaft ist gut verfasst wenn die gesetzlichen Einrichtungen des Staates nicht nur existieren, sondern auch richtig gestaltet sind. Der Staat soll nicht mit Flickwerk soziale Schäden reparieren, sondern seine Aufgabe ist die Kräfte zu bündeln und wirken zu lassen, dass ganz von selbst gesellschaftlich und wirtschaftlich wohlgeordnete und befriedete Zustände erblühen. Diesen und anderen grundsätzlichen Fragen geht Gerhard Endres, Theologe aus München, nach. mehr...

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